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Der Chart des Tages

No more Hash Hash.

Frank Heiniger

Der Bitcoinkurs steht unter Druck. Allein letzte Woche hat die Kryptowährung knapp 30% an Wert eingebüsst. Inzwischen notiert sie um 3800 $, weit entfernt von den Höchst aus dem vergangenen Dezember.

Der Preisverfall tangiert nicht nur Anleger, sondern immer stärker auch die sogenannten Miner – Personen und Unternehmen also, die die Rechenoperationen durchführen, um neue Bitcoin auf den Markt zu bringen.

Trotz der Kursschwäche, die nach dem Jahreswechsel eingesetzt hatte, schienen viele Miner bislang weiterhin gewinnbringend Bitcoin schürfen zu können. Die weltweit für die Gewinnung der Kryptowährung eingesetzte Rechenkapazität – die sogenannte Hashrate, die in Hashes pro Sekunde gemessen wird – stieg selbst über die Sommermonate weiter.

Nach dem jüngsten Kollaps der Notierungen mehren sich allerdings Indizien, dass immer mehr Miner – besonders diejenigen, die weniger effiziente Computer betreiben – das Handtuch werfen und sich aus dem Geschäft zurückziehen, weil sie angesichts von Produktionskosten wie Strom und Miete nicht mehr profitabel schürfen können.

Das illustriert der obige Chart des «Wall Street Journal» (indexiert auf 100 per Anfang 2016): Anfang Oktober wurden noch Spitzenwerte von über 60’000 Petahash pro Sekunde verzeichnet. Seither hat sich die eingesetzte Rechenkapazität um bis zu 30% verringert.

Durch diese Reduktion ist gleichzeitig der für das Bitcoin-Mining aufgewendete Stromverbrauch deutlich zurückgegangen. Noch vor wenigen Wochen betrug der weltweite annualisierte Verbrauch laut Bitcoin Energy Consumption Index rund 73 Terawattstunden. Inzwischen notiert er bei 54 Terawattstunden, was allerdings immer noch ungefähr dem Elektrizitätsverbrauch der Schweiz entspricht.

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