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Der Chart des Tages

Japans waghalsige Geldpolitik.

Christoph Gisiger, Los Angeles

Seit der Krise haben Zentralbanken Tausende von Milliarden ins Finanzsystem gepumpt. Doch jetzt zeichnet sich weltweit eine Trendwende ab. Eine Vorreiterrolle spielt das Federal Reserve in den USA, das die Zinsen seit Ende 2016 kontinuierlich erhöht und die Bilanz entschieden schrumpft. Auch die Europäische Zentralbank baut ihren Bestand an Wertschriften ab.

Anders sieht es in Nippon aus. Dort befindet sich die Bank of Japan weiterhin auf einem waghalsigen Expansionskurs. Wie die obige Grafik des Anlageberaters Bianco Research illustriert, ist ihre Bilanz erstmals auf mehr als 100% der Wirtschaftsleistung gestiegen. Im Vergleich dazu sind es beim Fed und bei der EZB noch rund 20 respektive 40%.

Damit fragt sich, wie dieses Experiment in Japan ausgehen wird. Allerdings gibt es in Sachen unkonventioneller Geldpolitik noch ein extremeres Beispiel als die Bank of Japan: Die Bilanz der Schweizerischen Nationalbank umfasst derzeit über 800 Mrd. Fr. Das entspricht sogar rund 120% des Bruttoinlandprodukts.

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