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Der Chart des Tages

Tiefer Fall einer Ikone.

Frank Heiniger

Noch im Jahr 2000 zählte General Electric zu den grössten Unternehmen der Welt. Doch inzwischen ist das US-Industriekonglomerat nur noch ein Schatten seiner selbst.

Schwierigkeiten im operativen Geschäft, Abschreiber auf der Energiesparte, Altlasten im ehemals so wichtigen Finanzierungsarm GE Capital, eine Untersuchung durch die Börsenaufsicht SEC, die Kürzung der Dividende, eine sehr hohe Schuldenlast – nur einige der Probleme, die dem Konzern gegenwärtig zu schaffen machen. CEO Larry Culp musste jüngst zugeben, dass die angespannte Liquiditätsversorgung General Electric wohl bald zwingen werde, Teile des Unternehmens abzustossen.

Die Eintrübung wird auch in der Kursentwicklung ersichtlich: Noch während der Dotcom-Blase notierte der Börsenwert von General Electric über der Marke von 500 Mrd. $. Nach diversen Rücksetzern konnte sich die Marktkapitalisierung zumindest bis Ende 2016 noch bei knapp 300 Mrd. $ halten, bevor ein massiver Kursverfall einsetzte. Inzwischen ist der Börsenwert unter 70 Mrd. $ gefallen.

Die Krise des Unternehmens schürt auch im Gesamtmarkt Befürchtungen. Denn General Electric zeigt beispielhaft, welche Gefahren der Kreditboom der vergangenen Jahre mit sich gebracht hat. Im Nachgang der Finanzkrise 2008/09 hatten vor allem US-Gesellschaften die rekordniedrigen Zinsen dazu genutzt, sich mit billigem Fremdkapital einzudecken, um dafür etwa eigene Aktien zurückzukaufen – eine Vorgehensweise, deren Risiken nun mit einer sich abschwächenden Konjunktur und einer restriktiveren Geldpolitik schonungslos offengelegt werden.

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