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Der Chart des Tages

Immer diese Zinskurve.

Clifford Padevit

Wenn der US-Aktienindex S&P 500 (SP500 2636.78 -0.04%) wie am Dienstag 3,2% verliert, dann müssen gute Erklärungen her. Die Ernüchterung nach der Freude über das vorzeitig erhoffte Ende des Handelskriegs, wie es nach dem G-20-Gipfel-Wochenende ausgerufen wurde, ist da nicht genug.

Herhalten muss jetzt die US-Zinskurve. Eine Inversion dieser Kurve wird als zuverlässiges Rezessionssignal interpretiert. Die Situation, dass Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit höher rentieren als die langfristigen mit fünf oder zehn Jahren Restlaufzeit, gibt es nicht so oft.

Die Marktteilnehmer signalisieren damit, dass sie nicht an die konjunkturelle Erholung glauben. Täten sie es, würden sie höhere Wachstumserwartungen und eine höhere Inflation vorwegnehmen, indem sie höhere Renditen verlangen würden.

Wie die obige Grafik zeigt, hat die Zinskurve in der Mitte einen Knick bekommen. Die Differenz zwischen den Renditen der fünf- und der zweijährigen US-Staatsanleihen ist diese Woche unter null gefallen, zum ersten Mal seit 2007. Das ist in der Interpretation vieler eine Vorstufe davon, dass die Differenz zwischen zehn- und zweijährigen Renditen ebenfalls bald unter null sinkt.

Eine solche Inversion der Zinskurve wurde vor jeder der letzten sieben Rezessionen beobachtet. Derzeit rentieren zehnjährige Papiere noch 11 Basispunkte mehr als zweijährige, doch so gering war die Differenz seit Juni 2008 nicht mehr.

Es ist also ein starkes Signal vom Bondmarkt. Bleibt nur die Frage, wann die Rezession beginnt. Darüber gibt die Inversion nämlich keine Auskunft.

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