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Der Chart des Tages

Der Handelsstreit ist ein Aktienkiller.

Alexander Trentin

Die Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China wurde am G-20-Gipfel am vergangenen Wochenende verschoben. Noch drei Monate geben sich die zwei Länder Zeit, um eine Einigung zu finden. Mit der Verhaftung der Finanzchefin des Telecomausrüsters Huawei scheint der Konflikt aber wieder heisser zu werden.

Doch wie stark belastet der Handelsstreit die Aktienmärkte eigentlich? Die obige Grafik ist ein Versuch der Bank of America (BAC 24.48 0.33%) Merrill Lynch, einen hypothetischen Verlauf des S&P 500 (SP500 2599.95 -1.91%) darzustellen, wären die beiden Länder nicht auf Konfrontation gegangen. Ohne Handelskrieg (gelbe Kurve) stünde der amerikanische Leitindex per Anfang Dezember 6% höher  – mit deutlich weniger Schwankungen über den Jahresverlauf.

Zu diesem Ergebnis sind die Analysten gekommen, indem sie die Reaktionen des Aktienindex für vier Kategorien von Nachrichten abgetragen haben: Konjunkturdaten, Unternehmensergebnisse, Anleihenmarkt-News und Nachrichten zum Handelsstreit.

Wie die untere Grafik zeigt, sind die Daten zur US-Konjunktur sehr günstig: Das hat den Aktienmarkt dieses Jahr gestützt (vgl. US macro data, blaue Linie).

Dagegen wirkt die Berichterstattung der Unternehmen dieses Jahr leicht belastend (Company news, grün). Negativ waren auch die Impulse vom Anleihenmarkt (Bond market, orange).

Am stärksten wurde der S&P 500 aber von Nachrichten über den Aussenhandel (Trade news, gelb) nach unten gezogen. Zuletzt wurde der Schaden durch die «Feuerpause» nach dem G-20-Gipfel etwas begrenzt.

Die weitere Entwicklung im Handelsstreit zwischen den USA und China ist für Investoren eines der wichtigsten Themen. Falls es zu einer Einigung kommt, könnte eine Rally an der Börse folgen. Kocht der Konflikt weiter hoch, sind Verwerfungen programmiert.

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