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Der Chart des Tages

Das Fed wird's schon richten.

Andreas Neinhaus

Jerome Powells Worte am Freitag wirkten wie Balsam auf die Seele verunsicherter Anleger. Der US-Notenbankchef erklärte, dass das Federal Reserve nicht dogmatisch an weiteren Zinserhöhungen festhalten werde. Man schaue genau auf die Wirtschaftsentwicklung und sei bereit, wenn nötig die Geldpolitik signifikant zu verändern. Die Aktienkurse erholten sich nach diesen Worten.

An den Finanzmärkten werden bereits ambitiöse Zinserwartungen gehegt. Der Chart zeigt die aus Terminkursen abgeleiteten Erwartungen für die Anzahl von Viertelprozentpunkt-Zinsschritten des Fed in den kommenden zwölf Monaten: Erstmals weist das Modell einen negativen Wert aus.

Die US-Notenbank wird demnach die Leitzinsen gar nicht mehr weiter erhöhen. Und ab 2020 steigen die Chancen, dass sie sogar erneut sinken. Solche modellbasierten Stimmungsbarometer sind erfahrungsgemäss anfällig für Schwankungen. Aber Powell selbst hat am Freitag die Hoffnungen auf ein Ende der Zinssteigerungen befeuert: Er verwies auf das Jahr 2016. Damals hatte die US-Notenbank vorab in Aussicht gestellt, die Zinsen vier Mal um 0,25 Prozentpunkte zu erhöhen. Am Ende beliess sie es bei einem Schritt.

Was Powell am Freitag nicht sagte: Bereits damals hatten die Märkte dem Fed nicht getraut. Sie rechneten mit weniger Zinsschritten, als das Fed verkündete, und sie behielten am Ende recht.

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