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Der Chart des Tages

Glänzendes Palladium.

Frank Heiniger

Egal, ob Aktien, Anleihen oder Rohstoffe: Praktisch alle bedeutenden Anlageklassen haben 2018 an Terrain eingebüsst. Zu den wenigen Investments, die sich dem Abwärtstrend entziehen konnten, zählt Palladium (Palladium 1434.5 1.13%). Besonders im letzten Herbst erhielten die Notierungen des Metalls spürbar Schub. Inzwischen bewegt sich der Spotpreis mit rund 1325 $ pro Feinunze nahe einem Allzeithöchst.

Die relative Stärke zeigt sich auch im Preisverhältnis zu den anderen Edelmetallen: Wie der obige Chart illustriert, lag die Goldnotierung über die vergangenen Jahre stets höher – das Verhältnis bewegte sich also deutlich unter der Schwelle von 1. Besonders während der Finanzkrise 2008/09 profitierte Gold (Gold 1321.12 0.63%) von seiner Rolle als sicherer Hafen, während Palladium unter der allgemeinen Rohstoffschwäche litt. Seit Dezember hat Palladium nun aber Gold hinter sich gelassen.

Obwohl die jüngste Avance von Palladium teilweise spekulativ getrieben sein dürfte, gibt es für den Anstieg durchaus fundamentale Gründe: Das Metall wird vor allem in Automobilkatalysatoren eingesetzt. Sowohl das Absatzwachstum im Fahrzeugmarkt als auch die Verschärfung der Abgasnormen kurbeln die Nachfrage an. Zudem profitiert Palladium davon, dass sich mit «Dieselgate» der Ruf dieselbetriebener Vehikel massiv verschlechtert hat und die Nachfrage nach Benzinern gestiegen ist.

Die starke Performance dürfte allerdings nicht spurlos am Bedarf vorübergehen. Durch die Rally hat sich die Preisdifferenz von Palladium zu Platin (Platin 807 2.54%) auf rund 500 $ pro Unze ausgeweitet. Laut Analysten der Commerzbank ist davon auszugehen, dass es in der Automobilindustrie nun verstärkt zu einer Substituierung der beiden Metalle kommen wird.

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