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Der Chart des Tages

Deutliche Bremsspuren auf Chinas Automarkt.

Peter Rohner

Es sind harte Zeiten für die Autoindustrie. Die Aktienkurse sind im vergangenen Jahr wegen der Sorgen um die Konjunktur eingebrochen. Gleichzeitig ging die Zahl der Pkw-Neuzulassungen in Europa und China markant zurück. Wie die obige Grafik zeigt, wurden in Europa (schwarze Linie) phasenweise über 20% weniger Autos verkauft als im Vorjahresmonat. In China (beige Linie) ist die Zahl der Neuzulassung ebenfalls deutlich geschrumpft.

Die Grafik zeigt aber auch, dass die Autoverkäufe über die Jahre stark schwanken. Sie werden zum Teil durch spezifische Massnahmen verzerrt. In Europa etwa gilt seit dem 1. September 2018 das neue Abgas- und Prüfverfahren WLTP. Viele Autokäufe wurden deshalb vorgezogen – darauf deutet der steile Anstieg des Neuzulassungen vor der neuen Abgasregelung hin. Die rückläufigen Verkäufe in Europa dürften daher nur temporär sein.

Alarmierender sind die schwachen Verkaufszahlen in China, denn sie zeugen von einer schwachen Binnenkonjunktur. Anders als in Europa gab es in China keine regulatorischen oder steuerlichen Änderungen, die das Kaufverhalten beeinflussten.

Nun fordert die chinesische Autoindustrie eine Steuersenkung für Neuwagen, aber stösst in Peking bisher auf taube Ohren. Als 2016 ein Steuerabzug für Kleinwagen eingeführt wurde, schnellte die Zahl der Neuzulassungen nach oben.

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