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Der Chart des Tages

Zwischenhalt.

Frank Heiniger

Lange galt es als ausgemacht, dass die amerikanische Notenbank forsch mit ihren Zinserhöhungen voranschreitet. Doch mit der Eintrübung der globalen Konjunktur hat sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass das Fed einen Zwischenhalt einlegt – oder sich gar gezwungen sieht, die Geldpolitik bereits wieder zu lockern, um ein Abgleiten der US-Wirtschaft in eine Rezession zu verhindern.

Die Verschlechterung der Rahmenbedingungen schlug sich vergangene Woche auch in den Aussagen der US-Währungshüter nieder: Die Zentralbank gab zwar – wie erwartet – bekannt, das Zielband des Leitzinses bei 2,25 bis 2,5% zu belassen. Gleichzeitig machte sie aber erstmals deutlich, vorerst keinen Bedarf für weitere Zinserhöhungen zu erkennen.

Schwierigkeiten sieht Fed-Chef Jerome Powell gegenwärtig vor allem in China und Europa, wo sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt habe. Zudem bleibe der Handelsstreit zwischen den USA und China ungelöst.

Dass sich die Situation innerhalb weniger Monate eingetrübt hat, ist auch den Futures-Märkten zu entnehmen: Wie der obige Chart zeigt, gingen die Investoren noch Anfang Oktober für 2019 davon aus, dass die US-Notenbank mindestens zwei Zinserhöhungen um jeweils 0,25 Prozentpunkte vornehmen wird.

Inzwischen deuten die marktabgeleiteten Indikatoren an, dass das Fed die Zinsen im weiteren Jahresverlauf auf dem derzeitigen Niveau halten wird.

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