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Der Chart des Tages

Die US-Regierung bindet sich die Hände.

Martin Lüscher, New York

Die Regierung der Vereinigten Staaten zeigt sich spendabel. Von Oktober bis Dezember hat sie 1090 Mrd. $ ausgegeben. Das sind 9,6% mehr als im Vorjahr. Weil die Einnahmen mit den Ausgaben nicht mithielten, resultierte für das Quartal ein Defizit von 319 Mrd. $.

Der Fehlbetrag führt zu stetig steigenden Schulden. Sie haben am 11. Februar erstmals die Schwelle von 22 Bio. $ überschritten und betragen mehr als die jährliche US-Wirtschaftsleistung. Die Tendenz ist weiter steigend. Für das gesamte Fiskaljahr per Ende September rechnet das Weisse Haus mit einem Defizit in der Höhe von 1 Bio. $.

Wegen der Schuldenlast steigen die Zinskosten. Von Oktober bis Dezember machten sie bereits mehr als 10% der Ausgaben aus (blaue Fläche). In zehn Jahren dürften es nach Schätzung der Budgetbehörde CBO 14% sein.

Es klettern aber nicht nur die Zinskosten. Wegen der demografischen Entwicklung nimmt auch der Anteil der Pflichtausgaben wie Sozialversicherungen und Gesundheitsversorgung immer mehr Platz ein (gelbe Fläche). Das führt dazu, dass für anderes immer weniger übrig bleibt.

Der Anteil der Ermessensausgaben für Bereiche wie Militär, Bildung und Infrastruktur sinkt kontinuierlich (rote Fläche). Gab die US-Regierung 1969 von zehn Dollar noch deren sechs für diese Bereiche aus, werden es in zehn Jahren noch zwei sein. Ist das aktuelle Budget ein Indikator, dürfte von diesen zwei Dollar einer für die Militärausgaben reserviert sein.

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