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Der Chart des Tages

Keine guten Aussichten für US-Aktien.

Alexander Trentin

Die Wirtschaftslage in den USA enttäuscht, und das verheisst nichts Gutes für die dortigen Aktien. Das legt der obige Chart von Morgan Stanley nahe.

Die blaue Kurve zeigt den Economic Surprise Index für die USA – also wie gut sich die Wirtschaftsdaten im Vergleich zu den Erwartungen entwickeln – minus die langfristigen Inflationserwartungen. Wenn die Wirtschaftsdaten überraschend gut sind und die Inflationserwartungen niedrig, steigt der Indikator. Eine überraschend schlechte Konjunkturentwicklung oder höhere Inflationserwartungen senken ihn.

Momentan sinkt der Wert: Die US-Konjunktur läuft schlechter als von Analysten erwartet. Gleichzeitig bleiben die Inflationserwartungen relativ hoch. Keine guten Aussichten für die Anleger, denn über die vergangenen Jahre hat sich die Börse sehr nahe am Indikator entwickelt. Das illustriert die gelbe Kurve, die die sechsmonatige Performance des S&P 500 abbildet (um acht Monate verzögert).

Auf der einen Seite sorgt eine schlechtere Wirtschaftslage für eine trübe Stimmung an der Börse. Aber warum spielt die Inflation in die Aktienkurse? Eine anziehende Teuerung kann bedeuten, dass die US-Notenbank die Zinsen erhöht. Das mögen Aktionäre nicht. So hat die sich verteuernde Liquidität Ende 2018 zur Schwäche der Aktienmärkte beigetragen. Zieht die Inflation in den USA an, könnten die nun ausgesetzten Zinserhöhungen wieder aufgenommen werden – trotz enttäuschendem Konjunkturverlauf.

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