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Der Chart des Tages

Im Schatten der EZB.

Andreas Neinhaus

Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 5740 0.7%)) hält am Donnerstag ihre geldpolitische Lagebeurteilung ab. Nur vier Mal im Jahr kommt es zu dieser strategischen Sitzung, in der über die weitere Zins- und Währungspolitik der Schweiz entschieden wird. Die meisten Experten sind sich allerdings einig: Dem dreiköpfigen Direktorium sind die Hände gebunden.

Vor zwei Wochen hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Vorgaben für den Euroraum definiert: wenig Wachstum, niedrige Inflation und kein Spielraum für eine Straffung der Geldpolitik. Sie gelten auch für die Schweiz.

Die SNB hält die Zinsdifferenz des Frankens zum Euro stabil, damit die Landeswährung sich nicht aufwertet. Das hat bisher gut funktioniert. Die Märkte erwarten, dass sich die Leitzinsen in beiden Währungsräumen im Tandem bewegen. Der Chart zeigt dies anhand der Terminkontrakte auf die Geldmarktzinsen, konkret der 2019-Futures auf den Dreimonats-Franken-Libor und den Euribor. Daran wird sich vorerst nichts ändern.

Es ist kein Spielraum vorhanden für eine vorgezogene Normalisierung der Zinsen. Nicht zuletzt angesichts des ungelösten Brexit-Chaos wird die SNB alles vermeiden, was die Märkte überraschen und als Argument für einen stärkeren Franken gedeutet werden könnte. (Quelle der Grafik: Morgan Stanley (MS 44.36 0.34%))

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