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Der Chart des Tages

Die Auslastung nicht übersehen!

Andreas Neinhaus

Weshalb sollen die Europäische Zentralbank (EZB) und die Schweizerische Nationalbank (SNB) ausgerechnet im nächsten Jahr erstmals seit 2007 ihre Leitzinsen wieder nachhaltig erhöhen, fragen sich die Analysten der UBS. Schliesslich sei das Ende der Negativzinspolitik bereits oft angekündigt, aber ebenso oft wieder nach hinten verschoben worden.

Ein Grund, dass die Zügel diesmal doch gestrafft werden könnten, ist die steigende Auslastung der Wirtschaft. Wie der obige Chart zeigt, ist sie letztes Jahr sowohl im Euroraum als auch in der Schweiz auf ein normales Niveau zurückgekehrt. Es ist das erste Mal seit der weltweiten Finanzkrise von 2008.

Da die Konjunktur an Fahrt verloren hat, dürfte sich die gesamtwirtschaftliche Auslastung verringern. Die Aussicht auf steigende Preise ist damit vorerst dahin. Deshalb haben die EZB und die SNB ihre Inflationsprognosen nach unten korrigiert und den Zeitpunkt für eine Leitzinserhöhung hinausgeschoben.

Falls sich 2019 wider Erwarten aber eine solide Konjunkturentwicklung abzeichne, könne erstmals seit über zehn Jahren wieder von einer nachhaltig ausgelasteten Wirtschaft gesprochen werden, geben die Ökonomen der Grossbank zu bedenken. Das gelte auch für den Arbeitsmarkt. Denn die Arbeitslosenrate im Euroraum sei das erste Mal seit 2008 unter das langfristige Niveau gefallen.

Eine ausgelastete Wirtschaft sei ein erster Schritt zu einer Normalisierung der zu niedrigen Inflationsrate und könne deshalb als Startpunkt für einen Zinserhöhungszyklus dienen.

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