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Der Chart des Tages

Neuseeland-Dollar verliert kräftig.

André Kühnlenz

Die Notenbank von Neuseeland reiht sich in den Reigen der Konjunkturwarner ein. Die Währungshüter signalisierten am Mittwoch für viele Anleger unerwartet, dass sie wahrscheinlich in einem nächsten Schritt ihre Leitzinsen von aktuell 1,75% senken werden. Der Neuseeland-Dollar brach daraufhin kräftig ein, in der Spitze um 1,7%. Zuvor lag der Ausblick bei «ausgeglichen nach oben oder unten».

Der Leitzins war seit November 2016 eingefroren, nachdem die Reserve Bank of New Zealand ihn in mehreren Schritten ab Mitte 2015 um insgesamt 1,75 Prozentpunkte gesenkt hatte. Jetzt könnte noch dieses Jahr eine Reduktion um 0,25 Prozentpunkte folgen. Die Notenbanker begründen den neuen Ausblick mit schwächeren globalen Konjunkturaussichten und einer verringerten Dynamik der Ausgaben im Inland. Hinzu komme die jüngste Aufwertung des Neuseeland-Dollars.

Die erstarkte Währung, die den Export dämpft, erinnert an den Franken. Die Schweizer Devise war zuletzt ebenfalls teurer geworden, nachdem die Zentralbanker in der Eurozone und in den USA ihren Ausblick für die Geldpolitik gelockert hatten. Die Fachleute von Moody’s Analytics führen den schwächeren Ausblick der Neuseeländer für ihre heimischen Ausgaben auch auf das Nachlassen der Zuwanderung zurück, die in den vergangenen Jahren den privaten Konsum gestützt hatte. Auch der Immobilienmarkt habe zuletzt geschwächelt.

Zuletzt zog das Wirtschaftswachstum von 0,3% im dritten Quartal 2018 auf 0,6% an. Die Ausgaben der Privathaushalte stiegen dabei kräftig um 1,3%. Allerdings liess im Schlussquartal das Jobwachstum – jeweils gegenüber dem Vorquartal berechnet – bereits von 1,1 auf 0,1% nach. Die Inflationsrate hatte sich zuletzt bei 1,9% zum Vorjahr stabilisiert.

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