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Der Chart des Tages

Zinssenkung in den USA wird immer wahrscheinlicher.

Martin Lüscher, New York

Im November sah die Welt noch anders aus. Die amerikanische Zentralbank befand sich auf dem Pfad der quartalsweisen Zinserhöhungen, und die Marktteilnehmer erwarteten auch für 2019 eine straffere Geldpolitik.

Heute beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung des Federal Reserve im laufenden Jahr gemäss der Futures-Börse CME 0%. Stark gestiegen ist gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit einer Senkung des Leitzinses um mindestens 25 Basispunkte: Nachdem die Zinskurve vergangene Woche invertiert war, kletterte die Rate auf mehr als 50% – derzeit beträgt sie 69%. Marktteilnehmer preisen die Senkung für die Sitzung der Währungshüter vom September ein.

Damit erwarten sie eine lockerere Geldpolitik als das Fed. Sechs Mitglieder des Offenmarktausschusses rechnen im laufenden Jahr gemäss den Prognosen von der vergangenen März-Sitzung noch mit einer Straffung des Leitzinses. Die anderen elf Mitglieder erwarten keine Anpassung.

Der wichtigste Indikator für den Leitzins ist gemäss Steve Blitz, US-Ökonom vom Researchhaus TS Lombard, die Zahl der monatlich geschaffenen Stellen. Sinke der Dreimonatsschnitt unter 100’000, werde das Fed den Leitzins senken. Blitz rechnet mit einer Reduktion im dritten Quartal, da sich die Wirtschaft schwächer entwickeln werde, als die Währungshüter dies erwarten.

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