Blogs / Momentum / Chart des Tages

Der Chart des Tages

China, China, China.

Alexander Trentin

Der grosse Lichtblick der Weltwirtschaft ist Chinas Erholungskurs. So notiert der Caixin-Einkaufsmanagerindex (PMI) als Frühindikator der Konjunktur in der Volksrepublik auf einem Achtmonatshoch und erstmals seit November über der Wachstumsmarke von 50. Dagegen sinken der PMI für die deutsche Industrie wie auch der Index der gesamten Eurozone stetig. Der deutsche Einkaufsmanagerindex liegt mit 44,1 weit unter der Expansionsschwelle und so tief wie 2012 nicht mehr.

Was vielleicht noch wichtiger ist als die absoluten Werte: Der PMI ist für China deutlich besser ausgefallen als erwartet, für Deutschland deutlich schlechter. Gerade Überraschungen sind für den Finanzmarkt sehr wichtig – dagegen sollten erwartete Werte für Börsenkurse zumindest theoretisch keine Rolle spielen.

Die Grafik oben zeigt die Entwicklung der tatsächlichen Wirtschaftsdaten gegenüber den Erwartungen anhand des Economic Surprise Index, rot für China und blau für die Eurozone. Nachdem die Konjunkturdaten über die vergangenen Wochen in China stetig enttäuscht haben, scheinen Erwartungen und tatsächliche Daten nun wieder im Einklang zu sein. In der Eurozone läuft die Wirtschaft dagegen seit September schlechter als prognostiziert.

Das hat auch mit dem Aktivismus der chinesischen Wirtschaftspolitik zu tun. Peking will durch eine Ankurbelung der Kreditvergabe und höhere Staatsausgaben die Konjunktur stabilisieren. Dagegen scheinen die Geld- und die Fiskalpolitik in der Eurozone dem Konjunkturverlauf nicht ausreichend Gegensteuer zu geben.

Die Zeiten mit Enttäuschungen können in Europa lang anhalten. Es ist nicht zu erwarten, dass die Eurozone bald mit positiven Konjunkturnachrichten glänzen wird.

Leser-Kommentare