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Der Chart des Tages

Die Stagnation ist abgesagt.

Alexander Trentin

Anfang März sah es noch so aus, als würde die US-Wirtschaft im ersten Quartal stagnieren. Das suggerierten die damaligen Schätzungen des GDPNow-Modells der Distriktnotenbank von Atlanta. Während Ökonomen im Durchschnitt ein Wachstum von annualisiert über 1,5% erwarteten (blaue Linie), lag die Prognose des Modells bei 0,3% (grüne Linie). Das GDPNow-Modell ist rein datenbasiert: Es wird ständig mit neuen Datenpunkten für die einzelnen Treiber des Bruttoinlandprodukts aktualisiert.

Von Stagnation kann nun keine Rede mehr sein. Die Schätzung des Modells ist stetig gestiegen: Für das Quartal liegt die Wachstumsprognose aktuell bei 2,3% – und damit inzwischen deutlich über den Erwartungen der Ökonomen.

Der grosse Sprung im GDPNow-Indikator Ende März kam dank einem nun erwarteten Anstieg der Investitionen im Wohnungsbau. Anfang April trieben der Wohnungsbau und höhere Staatsausgaben die Wachstumsprognose nach oben. Auch die Nettoexporte und der Aufbau von Lagerbeständen haben inzwischen eine positivere Wirkung auf das Wachstum als noch Anfang März.

Deutlich schlechter steht es um den amerikanischen Konsumenten: Er soll nur noch halb so viel zum Wachstum beitragen wie Anfang März erwartet.

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