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Der Chart des Tages

Schuldenanstieg bei BBB-Unternehmen in Europa.

André Kühnlenz

Die Verschuldung der Unternehmen hat in den vergangenen zehn Jahren zugenommen, nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Besonders brisant ist diese Entwicklung bei Gesellschaften mit einem BBB-Rating. Damit sind die drei untersten Ratingstufen (BBB+, BBB und BBB–) des Bereichs mit Anlagequalität (Investment Grade) gemeint. Darunter gelten die Schuldpapiere als spekulative Anlage oder Ramsch.

Die Bruttoschulden solcher Unternehmen in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (Emea) sind von 1200 Mrd. $ im Jahr 2007 auf 2200 Mrd. $ gewachsen. Das geht aus einer Analyse der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) für alle Branchen ausser dem Finanzsektor hervor.

Die Ratingprüfer stellen sich die Frage, wie gefährlich dieser Anstieg von 80% ist. Zunächst einmal stellen sie fest, dass der grösste Treiber des Schuldenanstiegs nicht die Schuldenaufnahme, sondern die Herabstufung der Kreditwürdigkeit von einem höheren Rating war. Insgesamt wurden Anleihen im Wert von 1500 Mrd. $ auf BBB herabgestuft.

S&P geht davon aus, dass in einem scharfen Wirtschaftsabschwung europäische BBB-Bonds im Wert von 250 Mrd. $ auf Ramschstatus herabgestuft werden würden. «Das entspricht rund 10% des ausstehenden Volumens, was der Markt in der Lage ist zu absorbieren», schreiben die Ratingprüfer.

(Quelle der Grafik: Standard & Poor’s)

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