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Der Chart des Tages

Die Mär der Rappeninflation.

Pascal Meisser

Mit einer etwas speziellen Frage muss sich der britische Schatzkanzler Philip Hammond herumschlagen: Es geht um die Entscheidung, ob die königliche Münzprägerei weiterhin die kupferfarbenen 1- und 2-Pence-Stücke herstellen soll.

Der Grund dafür ist einfach: Eine Untersuchung des Departements von Hammond hat ergeben, dass sechs von zehn dieser Münzen bloss ein Mal benutzt werden, bevor sie in einem Sammlertopf landen oder irgendwo verschwinden. Eine von zwölf Münzen wird gemäss der Umfrage gar im Abfalleimer entsorgt.

Grossbritannien wäre bei weitem nicht das erste Land, das auf solch geringwertige Münzen verzichtet. In der Schweiz wurde der Zweiräppler 1978 und der Einräppler 2006 ausser Kraft gesetzt. Dennoch stellt sich den Briten die Frage, inwiefern der Verzicht auf 1- und 2-Pence-Münzen die Inflation anheizen könnte – allein durch die Aufrundung von Preisen.

In ihrem Bankblog kommt die Bank of England solchen Befürchtungen zuvor. Sie stellt sich auf den Standpunkt, dass die Zahl der Preise, die auf «.99» enden, in den vergangenen Jahren deutlich rückläufig war (vgl. Chart). Zudem sollen nur die Gesamtpreise, die der Kunde an der Kasse bezahlt, gerundet werden, nicht etwa die Preise der einzelnen Produkte. Dies, so die Notenbanker, würde den Effekt nochmals minimieren.

(Quelle der Grafik: Office for National Statistics)

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