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Der Chart des Tages

Schweizer Aktien unbeeindruckt vom Konjunkturindikator.

Sylvia Walter

Ein wichtiger vorlaufender Konjunkturindikator verheisst nichts Gutes. Der Einkaufsmanagerindex der verarbeitenden Industrie in der Schweiz, der monatlich erhoben wird, ist im April unter die Wachstumsmarke von 50 gefallen. Ein nachhaltiges Verharren unter dem Schwellenwert von 50 würde einen Konjunkturabschwung anzeigen.

Die Aktieninvestoren zeigen sich davon gänzlich unbeeindruckt. Der Leitindex SMI (SMI 9594.31 -0.53%) klettert weiter nach oben und nähert sich gar dem fünfstelligen Niveau an. Zur Vergleichbarkeit der Datenreihen wird der Aktienindex in der obigen Grafik auch mit monatlicher Frequenz abgebildet.

Eine deutliche Entkopplung der Unternehmerstimmung und der Aktienmarktentwicklung wurde letztmals in den Jahren 2014 und 2015 beobachtet. Sie akzentuierte sich ab Januar 2015, als die abrupte Frankenaufwertung der Industrie zusetzte – aufgrund des starken Frankens war der PMI eingebrochen. Der Aktienrally schadete dies erst mit Verzögerung.

Der PMI wird aus mehreren Subkomponenten errechnet. Der erneute Rückgang des Index ist vor allem auf einen scharfen Rückgang des Auftragsbestands zurückzuführen. Die Konjunkturschwäche des benachbarten Auslands macht sich somit in den Auftragsbüchern der exportlastigen Schweizer Unternehmen bemerkbar. Die Frage ist, wie lange die Aktienanleger dies noch ignorieren werden.

Wie andernorts auch können sich die Aktionäre allerdings darauf verlassen, dass die Geldpolitik unterstützend bleibt. Immerhin strebt das Risiko einer baldigen monetären Straffung in der Schweiz gegen null.

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