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Der Chart des Tages

Goldilocks mit Goldbedarf.

Andreas Neinhaus

In den USA wächst die Beschäftigung kräftig. Trotzdem bleibt die Inflation verhalten, sodass die Zinsen nicht steigen. Es herrschen nahezu optimale Rahmenbedingungen. Ökonomen sprechen bereits wieder von einer «Goldilocks-Ökonomie». Wie im Märchen ist der Brei, den Goldlöckchen probiert, genau richtig temperiert, nicht zu heiss und nicht zu kalt.

Ganz so sorglos sind die Marktteilnehmer aber nicht. Wirtschaftliche Risiken, wie die insgesamt immer noch schwache Weltkonjunktur, und vor allem die Unsicherheit über den Handelskrieg zwischen den USA und China treiben die Goldnachfrage an. Wie der World Gold (Gold 1501.03 -0.03%) Council berichtet, ist sie im ersten Quartal 2019 im Vorjahresvergleich um 7% gestiegen. Vor allem Zentralbanken stocken ihre Goldreserven auf.

In den ersten drei Monaten haben sie 145,5 Tonnen erworben, so viel wie zuletzt vor sechs Jahren. Die Nachfrage der Notenbanken in den vergangenen vier Quartalen ist damit auf 715,7 Tonnen geklettert – ein neuer Rekord (vgl. Chart). Der wichtigste Käufer ist die russische Notenbank. Sie hat allein im ersten Quartal 55 Tonnen erworben. Der WGC erläutert: Moskau verfolgt eine Politik der Entdollarisierung. Die Notenbank reduziert ihren Bestand an amerikanischen Staatsanleihen und kauft dafür Gold.

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