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Der Chart des Tages

Doch noch ein positives Quartal.

Martin Lüscher, New York

Das war knapp. Vor dem Beginn der Berichtssaison in den USA rechneten die Aktienanalysten im Mittel mit einem Rückgang des Gewinns je Aktie von 2% gegenüber dem Vorjahr. Es wäre der erste Rückgang seit der Gewinnrezession 2015/2016 gewesen. Eine Gewinnrezession erfordert mindestens zwei Quartale mit sinkenden Unternehmensgewinnen. Für die Investoren bedeuten rückläufige Gewinne selten etwas Gutes.

Nun ist es doch nicht so schlimm gekommen wie befürchtet. Nachdem 84% der Gesellschaften aus dem S&P 500 (SP500 2917.75 0.97%) die Quartalszahlen präsentiert haben, beträgt das Gewinnwachstum gemäss Berechnung der Bank of America (BAC 28.62 2.47%) Merrill Lynch 2%. Werden von den Unternehmen, die noch nicht berichtet haben, die Schätzungen hinzugenommen, resultiert laut Yardeni Research ein Plus von 1,8%.

Dieses Rebound-Muster ist keine Seltenheit. Es ist üblich, dass die Analysten die Gewinnschätzung stetig reduzieren. Sie senken sie so weit, bis im Mittel zwei von drei Unternehmen die Erwartungen übertreffen. Wird die Schätzung der Analysten mit dem effektiven Gewinn kombiniert, ergibt sich eine Kurve, die einem Ball gleicht, der vom Boden abprallt (vgl. dunkelblaue Kurve unten rechts).

Die aktuelle Entwicklung ähnelt sehr dem ersten Quartal 2015, ebenfalls in Dunkelblau. Auch damals rechneten die Analysten vor der Berichtssaison mit einem Gewinnrückgang. Und auch damals resultierte am Ende ein Wachstum. Danach folgten aber fünf Quartale mit negativem Vorzeichen. Wenn das nur kein schlechtes Omen ist. Denn derzeit erwarten die Analysten für das zweite Quartal ebenfalls einen Rückgang der Unternehmensgewinne im S&P 500.

(Quelle der Grafik: Bianco Research)

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