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Der Chart des Tages

Kein Gewinn? Kein Problem.

Frank Heiniger

Der Markt für Börsengänge läuft auf Hochtouren. Trotz des turbulenten Umfelds rund um den neu aufgeflammten Handelsstreit waren die letzten Tage hinsichtlich IPO-Aktivität äusserst geschäftig. Besonders das Initial Public Offering des Fahrdiensts Uber hat grosse Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Gewisse Tendenzen im aktuellen Boom erinnern frappant an die Exzesse der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende, als viele Unternehmen an den Aktienmarkt kamen, die keinen Profit schrieben – und vor allem heisse Luft verbreiteten.

Wie der obige Chart illustriert, haben 81% der Gesellschaften, die 2018 an die US-Börsen gelangten, in den zwölf Monaten vor ihrer Publikumsöffnung Verluste erlitten (rote Balken). Dies entspricht dem gleichen Prozentsatz wie im bisherigen Rekordjahr 2000.

Waren es damals vor allem Tech-Unternehmen, die den Sprung aufs Börsenparkett wagten (beige Balken), hat sich der IT-Anteil seither deutlich verringert. Das ist auch mit ein Grund, weshalb der Vergleich mit der Dotcom-Blase mit Vorsicht zu geniessen ist. Gegenüber damals streben gegenwärtig mehr Gesellschaften aus dem Biotech-Segment an den Aktienmarkt – einer Branche, deren Vertreter typischerweise einige Jahre weder Gewinn noch namhaften Umsatz erwirtschaften.

Laut dem französischen Vermögensverwalter Indosuez hat sich der Trend im bisherigen Jahresverlauf fortgesetzt: Von den seit Januar an die Börse gelangten Unternehmen waren 77% zum Zeitpunkt des IPO unprofitabel. Dieses Niveau liegt 7 Prozentpunkte über der Vergleichsperiode von 2018 respektive 2000.

(Quelle der Grafik: Indosuez)

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