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Der Chart des Tages

Powells Inflationssorgen.

Andreas Neinhaus

Am Freitag wird sich herausstellen, ob die amerikanische Notenbank die Inflationsentwicklung tatsächlich richtig einschätzt. Fed-Chef Jerome Powell hatte sich lange gegen die Erwartungen der Märkte gestellt. Er argumentierte, dass die tiefen Teuerungsraten nur ein vorübergehendes Phänomen darstellten. Seine Überzeugung schöpfte er u.a. aus dem Verlauf der Inflationskernrate, die die Fed von Dallas berechnet (im Chart: hellblaue Linie). Sie steigt, obwohl die Teuerung immer tiefer ausfällt.

Inzwischen hat auch er seine Meinung geändert. Eine Leitzinssenkung bereits im Juli steht an den Märkten so gut wie fest. Damit sich an dieser Erwartung nichts ändert, sollten die am Freitag zur Veröffentlichung anstehenden Teuerungszahlen möglichst schwach ausfallen. Das ist zum einen die Kerninflation der persönlichen Konsumausgaben (PCE-Kerninflation). Daran richtet das Federal Reserve seine Geldpolitik aus, mit einem Inflationsziel von 2%. Gegenwärtig befindet sie sich auf 1,6% (Chart: dunkelblaue Linie). Zum anderen die Inflationserwartung in fünf bis zehn Jahren, die im Rahmen der Umfrage der Universität von Michigan zum Konsumentenvertrauen ausgewiesen wird. Sie ist zuletzt deutlich zurückgegangen: Im Mai ist der Wert auf 2,2% gefallen.

Das Fed sorgt sich um die schwache Inflationsentwicklung in den USA. Aber schwache Zahlen dürften ihm diese Woche für einmal gelegen kommen.

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