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Der Chart des Tages

Extrem viele Wetten auf den Frankenverfall.

André Kühnlenz

Das musste natürlich Auswirkungen auf die Devisenmärkte haben, wenn die grossen Notenbanken Fed und Europäische Zentralbank laut und deutlich wahrnehmbar über baldige Zinssenkungen nachdenken. Das war Dienstag und Mittwoch vergangener Woche passiert. Die Aussichten auf tiefere US-Leitzinsen belasteten bislang vor allem den Dollar, was US-Exporteuren helfen könnte.

Seit Montag vergangener Woche hat sich der Greenback gegenüber den wichtigen Währungen deutlich – zwischen 1,3% (gegenüber Euro) und 3% (Neuseeland-Dollar) – abgewertet.

Drohendes Short Covering

Beim Franken, der sich zum Greenback um 2% verteuert hat, kommt noch eine Besonderheit hinzu: Nach Angaben der Terminbörse in Chicago laufen derzeit extrem viele Kontrakte von spekulativen Investoren  auf eine Abwertung des Frankens im Vergleich zum Dollar, viel mehr jedenfalls als im historischen Durchschnitt (vgl. Säule CHF in der Grafik).

Unter den typischen sicheren Häfen schlägt der Franken (CHF) damit noch immer ganz klar den japanischen Yen, Gold (Gold 1507.24 0.77%) und US-Staatsanleihen bei den sogenannten Leerverkaufspositionen (Short), also Wetten auf einen Wertverfall.

Wenn der Trend nun aber gedreht hat und sich der Franken aufwertet, werden viele Spekulanten ihre Short-Positionen schliessen müssen, was im Jargon als Short Covering bezeichnet wird. Das erhöht den Aufwertungsdruck. Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 5040 -1.18%)) wird es in den nächsten Wochen nicht einfach haben, vor allem dann, wenn sich der Franken auch gegenüber dem Euro weiter aufwertet.

Seit Montag vergangener Woche dürfte sie jedenfalls noch nicht interveniert haben, schliessen die Analysten von Morgan Stanley (MS 40.05 -0.79%) aus den SNB-Daten.

(Quelle der Grafik: Morgan Stanley)

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