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Der Chart des Tages

Kein Ende des Handelsstreits in Sicht, aber ein Waffenstillstand.

Peter Rohner

Beim G-20-Treffen in Japan gilt die Aufmerksamkeit den bilateralen Gesprächen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatsoberhaupt Xi Jinping.

Im Handelsstreit haben die USA Zölle von 25% auf chinesische Importgüter im Wert von 200 Mrd. $ eingeführt.

Wenn die Gespräche komplett scheitern, könnten schon Ende Juli die angedrohten Zölle auf die übrigen Importe in der Höhe von rund 300 Mrd. $ Realität werden.

Hoch sind die Erwartungen der Markteilnehmer an das Gipfeltreffen nicht. Gemäss dem Handelsstreit-Sorgenbarometer von Goldman Sachs (GS 215.575 -0.76%) stehen die Chancen auf eine Einigung und ein Ende des Streits etwa eins zu sechs.

Das Barometer basiert auf verschiedenen Bewertungs- und Performancekennzahlen chinesischer und amerikanischer Aktien, die besonders stark auf Nachrichten zum Handelsstreit reagieren. Daraus leitet Goldman Sachs derzeit eine implizite Wahrscheinlichkeit von 15% für einen Deal ab. Mitte April, kurz bevor sich der Ton der US-Regierung wieder verschärft hat, lag die am Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit noch über 80% (vgl. hellblaue Kurve).

Mit der zerschlagenen Hoffnung auf ein Ende des Handelsstreits ist auch der Korb von US-Aktien mit besonders grossem China-Exposure relativ zum Gesamtmarkt abgestürzt, wie die schwarze Kurve zeigt.

Keine Einigung am Wochenende heisst aber noch lange nicht, dass die Lage weiter eskaliert.

Die meisten Beobachter erwarten, dass sich die Parteien immerhin darauf einigen werden, weiterhin Verhandlungen zu führen, und dass die USA die Frist bis zur Einführung neuer Zölle verlängern.

(Quelle der Grafik: Goldman Sachs)

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