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Der Chart des Tages

Die Barriere für US-Exporteure bleibt hoch.

Andreas Neinhaus

Mit ihrer Einigung auf einen Waffenstillstand im Handelskrieg haben die USA und China am G-20-Gipfel dieses Wochenende eine weitere Eskalation verhindert. So hätte am Dienstag die US-Regierung weitere Waren aus China im Wert von 300 Mrd. $ geprüft und zwei Wochen später höhere Importzölle für diese Güter in Kraft gesetzt. Daraufhin hätte China voraussichtlich seinerseits mit Gegenmassnahmen reagiert. So lief es zumindest bisher ab – mit dem Ergebnis, dass nicht nur chinesische Exporte in die USA kostspieliger geworden sind, sondern auch US-Exporteure an den chinesischen Zoll hohe Abgaben zahlen müssen.

Der Chart zeigt die durchschnittlichen Importzölle, die China seit Ausbruch des Handelskonflikts verlangt. Für Importe aus den USA sind sie seit Anfang 2018 von 8 auf 20,7% gestiegen, während gleichzeitig die Importzölle für Waren aus der restlichen Welt von 8 auf 6,7% gefallen sind. Die Experten des renommierten Think Tank PIIE in Washington werfen der amerikanischen Regierung denn auch vor: Sie habe es geschafft, dass Peking seine Zölle für alle ausländischen Exporteure senkt – mit Ausnahme amerikanischer Anbieter.

Betroffen sind vor allem Landwirtschaftsgüter sowie Holz, Papier- und Metallprodukte. Sie sind vollumfänglich von Abgaben zwischen 22 und 42% betroffen (zuvor: 3 bis 20%). In der Industrie sind in den meisten Branchen zwischen 40 und 80% der Produkte, die nach China verkauft werden, durch höhere Zölle belastet. Nur der Flugzeugbau, Pharma und die Autoindustrie sind bisher verschont geblieben. Ihnen hat der Deal am G-20-Gipfel in Osaka nun vermutlich das Chinageschäft gerettet.

(Quelle: Peterson Institute for International Economics)

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