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Der Chart des Tages

Die Banken wanken.

Alexander Trentin

Dem Buchwert des Eigenkapitals der Banken wird am Markt misstraut. Zumindest in der Eurozone. Grossbanken wie Deutsche Bank, Commerzbank und Société Générale weisen ein Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von unter 0,3 auf. Das bedeutet, der Abschlag zum Buchwert beträgt 70%. Seit Anfang 2018 haben sich die KBV halbiert.

Auch die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse werden anhand des KBV deutlich tiefer als noch vor achtzehn Monaten bewertet. Ihr Marktwert ist ebenfalls unter den Bilanzwert des Eigenkapitals gerutscht.

Anders in den USA. Dort kann etwa die Grossbank JPMorgan Chase einen Aufschlag von 50% gegenüber dem Buchwert verteidigen.

Einer der wichtigsten Treiber der niedrigen Bewertungen in Europa ist die Sorge um die Profitabilität. Denn am Markt festigt sich der Eindruck, dass die Zinswende in der Eurozone und der Schweiz auf unbestimmte Zeit verschoben wird.

Die Zinsen werden nach dieser Einschätzung noch lange im negativen Bereich bleiben oder gar noch tiefer unter null sinken. Da sich die Banken davor hüten, Privatkonten allgemein mit einem Negativzins zu belasten, ist das Einlagengeschäft für sie oftmals keine Gewinnquelle mehr, sondern ein Verlustgeschäft.

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