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Der Chart des Tages

Der grösste Bondinvestor meldet sich zurück.

Andreas Neinhaus

Zentralbanken stützten in den vergangenen Jahren die Anleihenmärkte massiv, denn sie kauften systematisch Staatsanleihen, Pfandbriefe und Firmenanleihen auf. Dank der milliardenschweren Interventionen stiegen die Kurse der Anleihen, spiegelverkehrt dazu gerieten die Renditen unter Druck. Der obige Chart zeigt die Wertschriftenkäufe der fünf grössten Zentralbanken auf: Sie subventionierten die nationalen Anleihenmärkte mit bis zu 200 Mrd. $ pro Quartal (Quantitative Easing, QE).

Seit das Federal Reserve in den USA damit begonnen hat, den so erworbenen Anleihenbestand teilweise abzubauen, und die Europäische Zentralbank ihrerseits beschlossen hat, den Bestand nur stabil zu halten, aber keine zusätzlichen Papiere mehr zu erwerben, sank das Interventionsvolumen 2018 sogar ins Minus. Die Zentralbankaktiven verringern sich seither, Liquidität wird abgeschöpft.

Diese Straffung – Quantitative Tightening, QT – dürfte bald zu Ende sein. Das Fed will im September damit aufhören. Von der EZB wird erwartet, dass sie ab Ende des Jahres erneut Wertschriften aufkaufen wird, allenfalls im Umfang von 30 Mrd. € pro Monat. Damit dürfte das Interventionsvolumen der Zentralbanken per saldo wieder zunehmen. Wegen der niedrigen Renditen dürfte die japanische Notenbank ihre Käufe zwar etwas zurückfahren. Aber insgesamt steht der nächsten QE-Runde zugunsten von Anleihen nichts im Wege.

(Quelle der Grafik: Citi)

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