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Der Chart des Tages

Das britische Patt.

Pascal Meisser

In Grossbritannien geht der Kampf um die Nachfolge von Premierministerin Theresa May in die entscheidenden Tage. 160’000 Parteimitglieder – also weniger als 1% der Bevölkerung – müssen an die Urne, um die Stimme entweder dem Favoriten Boris Johnson oder dem Herausforderer Jeremy Hunt zu geben.

Was die Wahl für die Fortsetzung des Brexit heisst, lässt sich heute höchstens abschätzen. Johnson will per Ende Oktober die Europäische Union verlassen, das britische Unterhaus wiederum opponiert gegen ein chaotisches No-Deal-Szenario.

Eine der wahrscheinlichsten Möglichkeiten, um diese Pattsituation aufzuheben, wären vorgezogene Wahlen. Allerdings ist alles andere als klar, dass die Konservativen ihre Position als stärkste Partei werden halten können.

Die UBS hat in einer Analyse verschiedene Wahlumfragen aggregiert – mit einem wenig erbaulichen Resultat für die zwei grossen Parteien, den Tories (Konservative, in der Grafik dunkelblau) und Labour (rot). Die Liberal-Demokraten (Lib-Dem, gelb) sowie die Brexit-Partei (hellblau) scheinen ihren Aufschwung aus den jüngsten Europawahlen fortsetzen zu können. So kommen diese vier Parteien derzeit allesamt auf einen potenziellen Wähleranteil zwischen 19 und 24%.

Es ist zugleich ein weiteres Anzeichen dafür, dass der Brexit nicht nur Einfluss auf die britische Volkswirtschaft, sondern auch auf die dortige Politlandschaft hat.

(Quelle der Grafik: UBS)

Leser-Kommentare

Matthias Härri 11.07.2019 - 15:10

divide et impera…

Daniel Haase 11.07.2019 - 15:19
Die Optionen für Boris Johnson – so er denn von den Konservativen zum PM gewählt sind, dürften auf der Hand liegen: Er muss den Brexit liefern, um möglichst viele Brexit-Party-Wähler auf seine Seite zu ziehen und dann zügig Neuwahlen anstreben, bei denen die Konservativen dank vollzogenem Brexit eine Chance auf eine eigene Mehrheit haben. Alles Zögern führt zum Ende seiner… Weiterlesen »