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Der Chart des Tages

Beim Fed geht es nur noch um Peanuts.

Andreas Neinhaus

Der nächste Zinsentscheid der amerikanischen Zentralbank steht zwar erst Ende des Monats an, aber für die Märkte sind die Würfel bereits gefallen. Nach ihrer Einschätzung wird das Fed die Leitzinsen senken. Die aus den Terminkursen abgeleitete Wahrscheinlichkeit beträgt 100%. Und entsprechend wird die Chance, dass der Offenmarktausschuss (FOMC) nach Analyse der Wirtschaftsdaten zum Schluss kommt, das bisherige Zinsniveau beizubehalten, gleich null eingeschätzt.

Interessant ist, dass die US-Zentralbanker selbst diese Erwartung in den Köpfen der Investoren eingemeisselt haben. Die Werte sprangen nach der Medienkonferenz von Fed-Chef Jerome Powell nach der letzten FOMC-Sitzung am 19. Juni auf 100% resp. 0%. Interessant auch deshalb, weil er damals eine Zinssenkung an die Bedingung knüpfte, dass sich die Konjunkturdaten bis zur nächsten Sitzung nicht verbessern. Am Markt spielte das offensichtlich keine Rolle. Was zählt, ist die bekundete Bereitschaft zu lockern. Der Rest – die Frage nach dem Wie viel – sind Peanuts.

Um die geht es allenfalls diese Woche. Nicht weniger als neun Fed-Notenbanker werden bis Freitag öffentliche Referate halten. Den Anfang macht heute Nachmittag John Williams, Chef der New Yorker Distriktnotenbank und FOMC-Mitglied. In der aktuellen Stimmungslage würde jedes Wort, das am Sinn einer Zinssenkung zweifelt, ein mittleres Beben an den Finanzmärkten auslösen. Diese Option besteht daher nicht mehr. Es geht nur noch um die Frage, ob das Fed die Leitzinsen um 25 oder gar 50 Basispunkte (im Chart: rote Linie) senkt. Mehrheitlich votiert der Markt für einen kleinen Zinsschritt, aber es bleibt ein Rest von Unsicherheit.

(Quelle der Grafik: Lloyds Bank)

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