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Der Chart des Tages

Die US-Börse ist ein Geldautomat.

Alexander Trentin

Der Aktienmarkt ist der Ort, wo sich Unternehmen für neue Investitionen mit Eigenkapital versorgen können. So heisst es zumindest in der Theorie. In der Praxis sieht es über die vergangenen Jahre ganz anders aus. Denn Anleger – institutionelle wie private – haben in den USA per saldo Aktien verkauft und nicht aufgestockt.

Die obige Grafik zeigt, dass amerikanische Pensionskassen und Versicherer seit Anfang 2009 insgesamt etwa 5000 Mrd. $ an Aktien verkauft haben. Auch Privathaushalte standen zumindest bis 2013 auf der Verkäuferseite, haben seitdem aber ihr Engagement insgesamt auch nicht weiter ausgebaut. Ausländische Institutionen und Privathaushalte haben ebenfalls kaum US-Aktien erworben.

Wer hat denn dann Aktien gekauft? Es waren die Unternehmen selbst. Torsten Slok, Ökonom bei der Deutschen Bank, sieht denn auch die Buybacks – also den Rückkauf eigener Aktien durch Unternehmen – als Treiber der seit zehn Jahren andauernden Hausse. Der Aktienmarkt war damit nicht der Ort für die Kapitalaufnahme, sondern wurde zum Geldautomaten für die Anleger.

Auch die vergangenes Jahr durchgeführte Steuererleichterung für Unternehmen in den USA wird daran nichts ändern. Sie hatte zum Ziel, dass Firmen ihre Investitionen ausbauen. Doch die Anlageinvestitionen sind zurückgegangen, die Buybacks dagegen noch weiter gestiegen.

(Quelle: Torsten Slok, Deutsche Bank)

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