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Der Chart des Tages

Der chinesische Renminbi ist so schwach wie seit 2008 nicht mehr.

Sylvia Walter

China reagiert auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump. Er hatte vergangene Woche gedroht, auf weitere chinesische Importe im Wert von 300 Mrd. $ ab 1. September einen Strafzoll von 10% zu erheben. Diese Ankündigung kam, nachdem sich die zwei grössten Volkswirtschaften vergangene Woche erneut zu Verhandlungen über den Handelskonflikt an den runden Tisch gesetzt hatten.

Chinesische Regierungsvertreter zeigten sich überrascht über Trumps Äusserungen. Nun hat sich der Konflikt auf die Devisenmärkte verlegt. 1 $ kostete am Montag zeitweise mehr als 7 Yuan – das machte die chinesische Währung Renminbi so günstig wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Die Korrektur begann, nachdem die chinesische Zentralbank (PBoC) den täglichen Referenzkurs zum Dollar auf einem schwächeren Niveau als 6.90 Yuan festgesetzt hatte.

Gleichzeitig brachte die PBoC diesen Entscheid direkt in Verbindung mit dem Handelsstreit und bekennt sich indirekt dazu, die Währung als Waffe in dem Konflikt zu nutzen. Allerdings geschieht dies nicht ohne Risiken für die Chinesen. Das letzte Mal, als sie den Renminbi 2015 deutlich abwerten liessen, hatte dies Kapitalabflüsse zur Folge und eine Destabilisierung der globalen Finanzmärkte. Die chinesische Zentralbank beeilte sich denn auch zu betonen, dass sie jegliche kurzfristige Spekulation unterbinden würde, um die Währung gegen einen breiter gefassten Währungskorb zu stützen.

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