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Der Chart des Tages

Krise in Rom.

Frank Heiniger

Die politische Lage in Italien spitzt sich zu. In der regierenden Koalition zwischen Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung brodelt es gewaltig. Am Donnerstag erklärte Lega-Chef Matteo Salvini das Bündnis für arbeitsunfähig und forderte Neuwahlen.

Die Unsicherheit, wie es in Italien nun weitergehen soll, zeigt sich auch an den Finanzmärkten. So haben am Freitag die italienischen Staatsanleihen deutlich an Wert eingebüsst. Die Rendite zehnjähriger Staatspapiere, die sich jeweils entgegengesetzt zum Kurs entwickelt, kletterte gegenüber der Wochenmitte von rund 1,4 auf 1,7%.

Wie der obige Chart illustriert, hat sich damit auch der Risikoaufschlag (Spread) zu deutschen Staatsanleihen erhöht. Mit rund 230 Basispunkten (100 Basispunkte = 1 Prozentpunkt) ist er allerdings weiterhin deutlich von den Höchst aus dem Herbst 2018 entfernt.

Weiteres Ungemach droht dem Land aber bereits nach Handelsschluss, wenn die Ratingagentur Fitch ihre aktualisierte Einschätzung der Kreditwürdigkeit Italiens veröffentlicht. Aktuell liegt das Rating bei BBB – also lediglich zwei Stufen über der Grenze zum Ramschniveau. In der Analyse dürfte Fitch schwergewichtig auf Probleme wie die hohe Staatsverschuldung und das schwache Wirtschaftswachstum eingehen – und definitiv auch auf die Turbulenzen in der Politik.

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