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Der Chart des Tages

Die Bondmärkte reagieren so nervös wie zuletzt 2007.

Sylvia Walter

Gemäss einer Studie von Goldman Sachs (GS 206.52 0.03%) sind die Renditen von US-Treasuries so sensibel auf Überraschungen bei den Konjunkturdaten wie zuletzt im Jahr 2007 (vgl. Grafik). Um dies zu messen, wird die Bewegung der Renditen zehn Minuten vor und nach Veröffentlichung der einschlägigen Makrodaten gemessen und zwar in Basispunkten (1 Basispunkt = 0,01%) . Im Jahr 2007 hatten die Marktteilnehmer täglich widrige Neuigkeiten zum Immobilienmarkt und zu den Subprime-Hypotheken zu verdauen.

Vor allem die zweijährigen Renditen reagieren derzeit extrem sensibel auf Datenveröffentlichungen. Seit dem erneuten Aufflammen des Handelskonflikts im Mai reagieren diese mit durchschnittlich 0,45 Basispunkten auf überraschende Makronews (vgl. Grafik, dunkler Punkt). Allerdings fällt die Bewegung nach positiven Neuigkeiten deutlicher aus als im Falle von negativen Wachstumsüberraschungen. Dies deutet darauf hin, dass Bondinvestoren das konjunkturelle Bild bereits sehr pessimistisch einschätzen.

Das Bild ist bei den Aktienmärkten weniger eindeutig. Hier kann es durchaus auch zur absurden Situation kommen, dass die Aktien auf negative News positiv reagieren. Dieses Muster ist insbesondere seit der Fed-Sitzung vom Juni zu beobachten. Die Aktieninvestoren verlassen sich offensichtlich darauf, dass die Geldpolitik alles daran setzen wird, um die Konjunktur und nicht zuletzt die Märkte zu stützen.

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