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Der Chart des Tages

Argentinen macht Anlegern Angst.

Frank Heiniger

Der überraschende Triumph der linken Opposition bei den Vorwahlen in Argentinien hat die lokalen Finanzmärkte erschüttert. «Dieser Erdrutschsieg wurde von Meinungsforschern, Experten, Investoren – und uns selbst – überhaupt nicht erwartet», schrieben die Analysten von UBS in einem Kommentar.

Am Montag fiel der Aktienleitindex Merval um beinahe 40% und büsste damit auf einen Schlag alle Zugewinne des bisherigen Jahresverlaufs ein. Auch der argentinische Peso konnte sich den Turbulenzen nicht entziehen und verlor gegenüber dem Dollar zeitweise 25% an Wert.

Grund für die Unsicherheit sind Befürchtungen, dass bei der Präsidentschaftswahl im Oktober der amtierende Staatschef Mauricio Macri abgesetzt werden könnte und mit Alberto Fernández ein deutlich wirtschaftsfeindlicherer Präsident an die Regierung kommt. Fernández ist der frühere Kabinettschef von Ex-Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner, die nun zwar nur als Vize ins Rennen geht, bei einem Wahlsieg aber dennoch massgeblichen Einfluss auf die Politik ausüben dürfte.

Parallel zu den schwächelnden Kursen sind die Prämien der Credit Default Swaps (CDS), mit denen sich Anleihenbesitzer gegen einen Zahlungsausfall absichern können, nach oben geschossen. Aus diesen Prämien leitet sich ab, dass Marktakteure dem Zahlungsausfall Argentiniens über die kommenden fünf Jahre inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 75% beimessen. Letzte Woche lag diese noch bei 49%.

(Quelle der Grafik: Bloomberg)

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