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Der Chart des Tages

Der Dividendenkönig aus dem Osten.

Pascal Meisser

Russland war in den vergangenen Jahren für ausländische Anleger ein zweischneidiges Schwert. Einerseits gehört das Land seit langer Zeit zu den am günstigsten bewerteten Aktienmärkten. Andererseits wirken die Schwankungsanfälligkeit des Rubels und die Wirtschaftssanktionen des Westens abschreckend.

Dennoch bricht das US-Finanzinstitut JPMorgan wieder einmal eine Lanze für die Börse der weltweit zwölftgrössten Volkswirtschaft. Neben der tiefen Bewertung  – das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2020 beträgt 5,4 – führt JPMorgan die Dividendenrendite als Argument auf. Mit 7,4% liegt sie so hoch wie in keinem anderen Schwellen- oder Industrieland.

Wie versierte Anleger wissen, sind hohe Dividendenrenditen nicht per se ein Kaufgrund. Entscheidend ist jeweils, wie stabil und nachhaltig diese Gewinnausschüttungen sind. Genau hier setzt JPMorgan an.

Wie die Grafik zeigt, hat sich in den vergangenen Jahren die Ausschüttungsquote russischer Unternehmen kontinuierlich von 15 auf 45% erhöht. Wenn die Ausschüttungen nicht einen allzu hohen Anteil an den Gewinnen ausmachen, dürfen Anleger auch weiterhin eine hohe Dividende aus Russland erwarten. Auch das Gewinnwachstum ist im Vergleich zu anderen Schwellenländern überdurchschnittlich. Für die Analysten ist Russland deshalb eine Wette wert – gerade auch angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds.

(Quelle der Grafik: JPMorgan)

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