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Der Chart des Tages

Unklarer Trend in Europa.

Andreas Neinhaus

Es lohnt sich, diese Woche einen genaueren Blick auf die europäischen PMI-Ergebnisse für den August zu werfen. Die Einkaufsmanagerindizes (Purchasing Managers’ Index) zählen zu den wichtigsten Vorboten für die weitere Wirtschaftsentwicklung. Nun, da in den USA die Zinsentwicklung signalisiert, dass eine Rezession wahrscheinlicher wird, ist unklar, wie anfällig Europa für solch ein Szenario wäre.

Bislang lässt sich kein klarer Trend erkennen: In der Industrie ist der PMI im Euroraum vergangenen Monat auf ein Sechsjahrestief gefallen und befindet sich weit unterhalb der Schwelle von 50 Punkten, die zwischen positivem und negativem Wirtschaftswachstum unterscheidet. Der PMI für die Dienstleistungen verharrte im Juli dagegen auf gesunden 53,2 Punkten. Die Analysten der Danske Bank betonen, dass sich die beiden Indizes seit dem Jahr 2009 nicht mehr so weit voneinander entfernt haben (vgl. Chart oben).

Da sich die Nachrichtenlage in den vergangenen vier Wochen nicht verbessert hat – Brexit, Handelskonflikt zwischen den USA und China etc. –, gehen die meisten Analysten davon aus, dass sich die Stimmung in der Industrie noch weiter verschlechtert hat. Das Hauptaugenmerk wird aber für einmal auf dem Dienstleistungs-PMI liegen: Auch hier wird mehrheitlich ein niedrigerer August-Wert erwartet. Denn die jüngsten Angaben über die Investitionspläne und die geplanten Neueinstellungen von Personal sind skeptischer ausgefallen.

Fallen die Ergebnisse der Umfrage wie erwartet aus, wird sich die Schere zwischen den beiden PMI wieder ein Stück weit schliessen und der Konjunkturtrend in Europa eindeutiger nach unten zeigen.

(Quelle der Grafik: Danske Bank)

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