Blogs / Momentum / Chart des Tages

Der Chart des Tages

Kaum Alternativen zu US-Anleihen.

Sylvia Walter

Europäische Lebensversicherer und Pensionskassen suchen händeringend nach Anlagen, die eine positive Rendite abwerfen und idealerweise die Langfristigkeit der Verbindlichkeiten auch auf der Anlageseite abbilden. Die Regulierungsbehörden sorgen für Anreize, nicht in Aktien zu investieren. Neben Immobilien und Infrastruktur sind nach wie vor Anleihen hoher Bonität sehr begehrt. Auch bei japanischen Banken.

Die Zinskurven von Staatsanleihen in Europa und Japan geben kaum mehr laufende Rendite her. Vielerorts ist die gesamte Kurve im negativen Bereich. Da bleibt nur der US-Anleihenmarkt, um bei überschaubarem Risiko noch etwas Rendite zu erhalten. Das hat über die letzten zehn Jahre dazu geführt, dass der Anteil von US-Treasuries und hochqualitativen Unternehmensanleihen an allen ausstehenden Investment Grade Bonds von damals 40% auf heutzutage knapp 50% gestiegen ist (vgl. Chart).

Die Tief- bzw. Negativzinsphase dürfte noch lange nicht ausgestanden sein. Die Deutsche Bank erwartet mehr Herabstufungen der Bonität bei europäischen und asiatischen Papieren als bei den amerikanischen Bonds. Dies wird den Anteil der US-Unternehmensanleihen nach oben treiben. Darüber hinaus ist die Regierung von Donald Trump gewillt, das Staatsdefizit weiter steigen zu lassen. Es werden somit in absehbarer Zeit noch mehr Treasuries emittiert. Mangels Alternativen werden insbesondere ausländische Investoren sie weiterhin aufkaufen, mit offensichtlichen Folgen: tiefe Langfristzinsen auf Treasuries, rückläufige Risikoprämien auf US-Unternehmensanleihen und ein Dollar, der weiter unter Aufwertungsdruck steht.

(Quelle der Grafik: Deutsche Bank)

Leser-Kommentare