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Der Chart des Tages

Es geht (noch) steil(er) nach oben.

Martin Lüscher

Noch ist sie nicht bei 100%. Macht Washington aber so weiter, erreicht die Staatsverschuldung bald die Höhe der jährlichen Wirtschaftsleistung. Gemäss der Prognose der überparteilichen Budgetbehörde (CBO) werden die US-Staatsschulden ausserhalb der öffentlichen Hand in zehn Jahren 95,1% des Bruttoinlandprodukts (BIP) betragen. Höher waren sie zuletzt 1946.

Die Budgetbehörde hat die Schätzung nach oben angepasst, nachdem sich der amerikanische Kongress und US-Präsident Donald Trump über ein Haushaltsbudget für die nächsten zwei Jahre einigen konnten. Bisher rechneten die Beamten für 2029 mit einer Verschuldung von 91,8%.

Erhöht hat die Behörde auch die Defizitschätzung für das laufende Jahr. Statt 896 soll die Lücke im Haushalt 960 Mrd. $ betragen. Im nächsten Jahr soll es dann bereits in die Billionen gehen. Bisher wurde dies erst für 2022 erwartet.

Das Haushaltsdefizit von 3,9% des BIP im vergangenen Jahr wird stetig steigen und über die nächsten zehn Jahre im Mittel 4,7% betragen. Das ist deutlich mehr als in der Vergangenheit. Von 1969 bis 2018 belief sich das Defizit im Schnitt auf 2,9%. Einen Rekord von 9,8% erreichte Washington 2010 während der Finanzkrise.

Das zeigt, was passiert, wenn die USA in eine Rezession schlittern: Defizit und Verschuldung werden rasant zulegen. Denn in einem Abschwung sinken die Einnahmen, während die Ausgaben steigen und zusätzlich das BIP schrumpft.

Selbstverständlich rechnet die Budgetbehörde nicht mit einer Rezession. Laut den Beamten wächst die amerikanische Wirtschaft in den nächsten Jahren im Mittel 1,8% per annum. Obwohl nicht unmöglich, erscheint dies angesichts der globalen Unsicherheiten und der Warnsignale von den Finanzmärkten doch sehr optimistisch.

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