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Der Chart des Tages

China ächzt unter seinen Schulden.

Alexander Trentin

Offiziell ist China auf einem Entschuldungskurs – nur sieht man den nicht in den Zahlen. Die Regierung hat immer wieder proklamiert, dass man sich der hohen Verschuldung und der daraus erwachsenden Gefahren bewusst ist. Gemäss dem Bankenverband International Institute of Finance (IIF) liegt die Gesamtverschuldung Chinas bei 310% des Bruttoinlandprodukts – «die Herausforderungen für die Entschuldung bleiben akut», schreibt das IIF. Insbesondere Haushalte und Banken haben sich weiter verschuldet.

Mit den Schulden soll das Wirtschaftswachstum hoch gehalten werden. Gemäss Ökonomen wie etwa dem Pekinger Finanzprofessor Michael Pettis ist das offizielle Wachstum aber Augenwischerei – ökonomisch seien die Projekte oft nicht sinnvoll, die mit den Schulden angestossen würden. Die wirtschaftliche Aktivität wird damit zwar hoch gehalten, aber eigentlich müsste man sie abschreiben: Sie erhöhen nicht die Leistungskapazität der Volkswirtschaft, die Schulden in Zukunft auch zu bedienen.

Wie prekär die Verschuldungslage ist, zeigt auch die obige Grafik. Sie setzt die ausgegebenen Bankkredite ins Verhältnis zur Industrieproduktion. Das Verhältnis wächst: Es gibt eine immer höhere Verschuldung relativ zur Industrieproduktion. Nach diesem Mass hat sich die Schuldenlast seit 2008 verdoppelt. Von einer Entschuldung war nur kurz Anfang Jahr etwas zu sehen. Danach ging es wieder steil nach oben.

(Quelle der Grafik: Yardeni Research)

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