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Der Chart des Tages

Ohne Zinswende leiden Value-Anleger weiter.

Peter Rohner

Zwei grosse Trends prägen die Finanzmärkte seit über einem Jahrzehnt: fallende Bondrenditen und eine Outperformance von defensiven Wachstumsaktien gegenüber zyklischen Sektoren und Substanztiteln (Value).

Es gab zwar auch nach der Finanzkrise immer wieder Phasen, in denen die Konjunktur Fahrt aufnahm und Zykliker gefragt waren. Dann waren auch Substanzvaloren und Bankwerte wieder en vogue. Doch ihr Höhenflug dauerte in der Regel nicht lange, im Schnitt gerade mal vier Monate, wie Goldman Sachs (GS 207.42 0.47%) berechnet hat.

Das Leiden der Value-Anleger zeigt auch die obige Grafik zum europäischen Aktienmarkt. Relativ zu einem Korb mit Wachstumstiteln (Growth) hat der Value-Aktienindex von MSCI massiv an Terrain verloren (vgl. dunkelblaue Linie). Gleichzeitig sind die Renditen zehnjähriger deutscher Bundesanleihen von über vier unter null gesunken (hellblaue Linie).

Was könnte diesen Abwärtstrend beenden? Für Goldman Sachs ist klar: Eine Rotation in zyklischere Sektoren und Substanzaktien ist nur möglich, wenn die Bondzinsen steigen. Denn die defensiven Aktien werden auch als Bondersatz ins Depot genommen.

Dazu müssten sich aber entweder die Fronten im Handelsstreit aufweichen oder die Konjunkturaussichten sich aufhellen.

Quelle der Grafik: Goldman Sachs

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