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Der Chart des Tages

Böses Erwachen am Bondmarkt.

Peter Rohner

Von wegen sichere Staatsanleihen. Sicher ist nur, dass am Ende der Laufzeit der Bond zu 100% zurückgezahlt wird, was bei den hohen aktuellen Kursen auch inklusive Coupons eine negative Rendite bedeutet.

Auch wer auf Kursgewinne während der Laufzeit spekuliert, muss aufpassen. Wenn sich die Erwartungen an die Zinsentwicklung ändern, kann es schnell auf die andere Seite gehen. So wie derzeit.

Nach der phänomenalen Rally im ersten Halbjahr erlebt der Bondmarkt gerade einen Mini-Crash. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sind seit dem Jahrestief von 1,47 auf 1,8% gestiegen, diejenigen der Schweizer «Eidgenossen» von –1,13 auf –0,69%.

Der abgebildete Performanceindex von langweiligen Frankenobligationen hat in einem Monat 3% eingebüsst. Noch grösser sind die Verluste bei Anleihen mit besonders langer Laufzeit.

Auch nach dem gestrigen Entscheid der Europäischen Zentralbank, den Einlagenzins zu senken und ein neues, unbefristetes Anleihenkaufprogramm zu lancieren, setzt sich der Renditeanstieg fort.

Was den Stimmungsumschwung herbeigeführt hat, darüber kann nur spekuliert werden. Dass die USA anscheinend bereit sind zu Zugeständnissen im Handelsstreit, weckt Hoffnungen, dass die Weltkonjunktur doch nicht so schwer getroffen wird. Fakt ist, dass die Inflationserwartungen sich nicht geändert haben. Angezogen hat der Realzins. Es werden auch etwas weniger Fed-Zinssenkungen für nächstes Jahr erwartet als noch Anfang Monat.

Quelle der Grafik: Bloomberg

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