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Der Chart des Tages

Japan hält mehr US-Schulden als China.

Peter Rohner

Japan hat China als grössten Auslandgläubiger der USA überholt. Über 1,1 Bio. $ an amerikanischen Staatsanleihen waren per Juli im Besitz der Japaner, 20 Mrd. $ mehr, als China in Treasuries investiert hat.

Vor einem Jahr war China noch klar die Nummer eins. Mit Anleihen im Wert von 1170 Mrd. $ hielt die Volksrepublik rund 140 Mrd. mehr US-Staatsanleihen als Nippon.

Während der japanische Bestand kontinuierlich wächst, hat sich Chinas Engagement in den vergangenen Jahren reduziert. 2013 waren es noch über 1,3 Bio.

Das passt ins Narrativ, wonach China US-Staatsanleihen verkauft, um den USA über höhere Zinsen Schaden zuzufügen.

Doch der wahre Grund der rückläufigen Treasury-Bestände ist wohl ein anderer: Der Aufwertungsdruck auf den Renminbi ist in den vergangenen Jahren einem Abwertungsdruck gewichen.

China muss nicht mehr Devisen anhäufen, um eine zu starke Aufwertung zu verhindern, sondern Fremdwährungen verkaufen – und die sind zu einem grossen Teil in Staatsanleihen geparkt –, um die Abwertung der eigenen Währung zu bremsen.

Ausserdem ist bei der Interpretation der Statistik des US-Schatzamts Vorsicht geboten.

Denn die Zahlen zeigen nicht die wahren Besitzer der Anleihen, sondern den Ort, an dem die Papiere verbucht und aufbewahrt werden. Deswegen befinden sich relativ unbedeutende Volkswirtschaften wie die Cayman Islands und Luxemburg auf der Liste der grössten Gläubiger der USA. Auch die Schweiz und Irland sind wichtige Standorte für globale «Custodians».

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