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Der Chart des Tages

Gewinner und Verlierer im Handelskonflikt.

Andreas Neinhaus

Das Poker um die besten Konditionen im Aussenhandel geht in eine neue Runde. Der Chefunterhändler der chinesischen Regierung flog in die USA, um die Verhandlungen fortzusetzen. Meldungen, dass er den Besuch von Farmen abgesagt hat, sorgten am Freitag für Kursschwankungen an den Märkten. Daraufhin liess die Delegation verlauten, dass die Verhandlungen gut unterwegs seien. Im Oktober könnte ein Teil-Deal mit den USA unterzeichnet werden. Bereits diesen Mittwoch könnte es zu einer Einigung zwischen den USA und Japan kommen und am Rande der Uno-Generalversammlung eine Handelsvereinbarung unterzeichnet werden.

Am empfindlichsten auf Fortschritte und Rückschläge in der Handelsdiplomatie reagieren die Wechselkurse. Die Devisenspezialisten der Bank Nordea haben untersucht, welche Währungen am meisten profitieren, falls der Welthandel an Fahrt zulegt (Beta-Koeffizient). Positive Werte bedeuten, dass die entsprechende Währung an Wert gewinnt, wenn das Handelsvolumen steigt.

Am kräftigsten werten sich demnach die lateinamerikanischen Währungen auf. Unter den sogenannten G-10-Währungen profitieren der kanadische und der australische Dollar überdurchschnittlich. Erstaunlicherweise steht das Pfund an zweiter Stelle. Die britische Valuta ist also nicht nur gegenüber dem Brexit exponiert, sondern auch gegenüber globalen Handelsfragen. Sollten sich dort die Gemüter besänftigen, könnte das unter Druck geratene Pfund durchaus höher notieren.

Ein Durchbruch im Handelsstreit belastet dagegen die «Save-Haven-Währungen», diejenigen Valuten, in denen Anleger in unsicheren Zeiten ihr Geld parken. Das sind in erster Linie der Yen und der Franken. Auch Dollar und Euro gewinnen erfahrungsgemäss nicht an Wert, wenn der Welthandel anzieht.

(Quelle der Grafik: Bank Nordea)