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Der Chart des Tages

Warten ohne Ende.

Andreas Neinhaus

Die schlechten Konjunkturnachrichten aus Europa reissen nicht ab. In Deutschland hat sich der Auftragseingang im August ein weiteres Mal verringert. Die Absatzprobleme der Industrie bleiben bestehen. Alle Vorhersagen, dass sich die Lage ab dem Sommer bessern würde, haben sich als falsch erwiesen. Die wichtigste Nachricht rund um die vermeintliche Konjunkturdelle ist nicht, wie tief sie ist, sondern dass ihr Ende nicht abzusehen ist. Das zeigt der heutige Chart.

Normalerweise dreht der OECD-Frühindikator (blaue Linie) rasch, nachdem er den Tiefpunkt erreicht hat. Diesmal ist das anders. Wie die Ökonomen der Bank J. Safra Sarasin erläutern, ist der wichtigste unter den vorlaufenden Indikatoren – er signalisiert Wendepunkte der Konjunktur sechs bis neun Monate im Voraus – Ende 2018 auf ein Tief gesunken. Seit acht Monaten liegt er dort fest. Das lässt darauf schliessen, dass sich der Abschwung fortsetzt. Eine Ursache für diesen ungewöhnlichen Konjunkturverlauf könnte die grosse Ungewissheit über die Fortsetzung des internationalen Handelsstreits sein. Auch die nicht enden wollende Brexit-Problematik dürfte eine Rolle spielen. Das lange Warten auf die Wende zum Besseren ist noch nicht zu Ende.

(Quelle der Grafik: J. Safra Sarasin)

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