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Der Chart des Tages

Warum China an Macht verlieren wird.

Alexander Trentin

Die obige Grafik zeigt die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung in China – und zwar für die für den Arbeitsmarkt wichtige Altersgruppe der 20- bis 64-Jährigen. Die Entwicklung weckt Zweifel an der Warnung, dass die Volksrepublik immer mächtiger wird und sich gegen den bisherigen Hegemonen USA auf der Weltbühne wirtschaftlich und geopolitisch durchsetzen wird.

Seit 2011 sinkt in China die Erwerbsbevölkerung. Zuvor konnte die Volkswirtschaft von einer grossen demografischen Dividende profitieren: Das massive Wirtschaftswachstum seit den Achtzigerjahren ging einher mit einer Verdoppelung der arbeitsfähigen Bevölkerung. Der Rückgang der Erwerbstätigen wird in ungefähr zehn Jahren richtig Fahrt aufnehmen.

Im Durchschnitt der verschiedenen simulierten Entwicklungen (schwarze Linie) wird bis zum Ende des Jahrhunderts die Zahl der erwerbstätigen Chinesen auf den Stand von Mitte der Achtzigerjahre gefallen sein. Die Regierung in Peking hat die Einkindpolitik zwar deutlich gelockert. Ein Geburten-Boom bleibt jedoch aus.

Doch selbst wenn sich die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau um 0,5 erhöhen würde, hätte das für die nächsten zwanzig Jahre kaum Auswirkungen (blaue gestrichelte Linie). Erst danach würde sich die Zahl stabilisieren.

Es ist so gut wie unvermeidlich, dass China in den nächsten zwanzig Jahren über 100 Mio. Menschen als Erwerbstätige verlieren wird. Für ein Land, das in den vergangenen Jahrzehnten mit einer einzigartigen Dynamik und immer ehrgeizigeren Projekte brilliert hat, wird das eine traumatische Erfahrung.

(Quelle der Grafik: Vereinte Nationen)

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