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Der Chart des Tages

Steigende Ungleichheit.

Martin Lüscher, New York

Der Kapitalismus ist unter Beschuss. Von links greift Elizabeth Warren an. Die amerikanische Präsidentschaftskandidatin will den Kapitalismus von Grund auf reformieren. IT-Kolosse wie Facebook und Amazon sollen zerschlagen, die Vermögenden besteuert und den Arbeitnehmern mehr Macht gegeben werden.

Die Senatorin aus Massachusetts politisiert zwar am linken Rand der Demokratischen Partei. Doch während der jüngsten Debatte der demokratischen Präsidentschaftskandidaten hat sie gezeigt, dass sie die Favoritin ist. Sie bestimmte die Themen und zog die Angriffe auf sich.

Doch nicht nur von links ist der Kapitalismus unter Druck. Auch Milliardär und Hedge-Fund-Manager Ray Dalio sieht Reformbedarf. Denn der Kapitalismus habe seine Aufgabe nicht erfüllt. Während das reale Einkommen der 60% mit dem niedrigsten Einkommen in den vergangenen Jahrzehnten stagniert hat, ist dasjenige der 40% mit dem höchsten Einkommen kontinuierlich gestiegen.

Die wachsende Ungleichheit zeigt sich auch beim Gini-Koeffizienten. Er zeigt an, wie gleich – bei einem Wert von 0 erhalten alle gleich viel Einkommen – respektive ungleich die Gesellschaft ist – bei einem Wert von 1 erhält eine Person das gesamte Einkommen.

In den USA ist der Gini-Koeffizient in den vergangenen fünfzig Jahren kontinuierlich gestiegen. Von 0,4 auf beinahe 0,5. Entsprechend spüren immer mehr US-Bürger den Reformbedarf des Kapitalismus.

(Grafik: Deutsche Bank)