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Der Chart des Tages

Willkommen im Blasenland.

Alexander Trentin

Bei der Präsentation eines globalen Immobilienblasenindikators haben Ökonomen der UBS (UBSG 11.945 1.27%) Ende September auf das hohe Risiko einer Immobilienblase in Deutschland verwiesen. Besonders in München spielen die Häuserpreise verrückt, auch das Hypothekenvolumen steigt. Doch insgesamt ist Deutschland beim Anstieg der Immobilienpreise nur Mittelfeld – das zeigt die obige Statistik des europäischen Statistikamts Eurostat.

In vielen europäischen Ländern explodieren die Hauspreise mit einem Anstieg von mehr als 10%. In Ungarn sind die Preise in den zwölf Monaten bis zum Ende des zweiten Quartals im gesamten Land um 14% gestiegen. Ein ähnliches Preiswachstum kann man in Deutschland wohl nur in einzelnen Regionen und Städten beobachten.

Die grosse Ausnahme in der Statistik ist Italien: Dort sind die Immobilienpreise zuletzt leicht gesunken. Die wirtschaftliche und demografische Lage in Italien scheint so aussichtslos, dass vorerst nicht einmal die Nullzinsen der EZB den Immobilienmarkt stimulieren können.

In anderen Ländern zeigt sich, warum die lockere Geldpolitik für Verwerfungen verantwortlich gemacht wird – nicht nur am Finanzmarkt. Denn steigen die Häuserpreise extrem, profitieren davon die Immobilienbesitzer. Für viele Menschen wird es dagegen schwieriger, ein Eigenheim zu erwerben: Für Hypotheken braucht es mehr Eigenmittel und ein höheres Einkommen, wenn die Kaufpreise steigen. Wegen ihrer mangelnden Kreditwürdigkeit profitieren sozial Schwächere damit am wenigsten vom geldpolitischen Stimulus.

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