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Der Chart des Tages

Sündige Profite.

Frank Heiniger

Lohnt es sich, zu sündigen? Finanziell betrachtet lautet die Antwort klar: ja. Das belegt die Kursentwicklung eines Portfolios, das sich aus fünfzig «Sin Stocks» (Sündenaktien) zusammensetzt – Titel von Unternehmen also, die im Geschäft mit Alkohol, Tabak oder Glücksspiel tätig sind.

Das nach Marktkapitalisierung der Gesellschaften gewichtete Portfolio hat seit 1996 eine jährliche Rendite von 11,2% abgeworfen und damit den breiten Aktienmarkt (MSCI World) um rund 4,3 Prozentpunkte pro Jahr geschlagen. Wie der obige Chart zeigt, hätte man zwischenzeitlich eine kumulierte Überrendite von mehr als 800 Prozentpunkten erzielt (rote Kurve).

Dass die Rendite des Vergleichsportfolios ohne Sündenaktien (blaue Kurve) nur minimal vom Weltindex abweicht, ist auf das geringe Gewicht der «Sin Stocks» zurückzuführen: Über die betrachtete Zeitperiode machten sie im Durchschnitt lediglich 2,3% des MSCI World aus.

Über die vergangenen zwei Jahre ist die Überrendite allerdings deutlich geschmolzen. Dass sich die Sündenaktien seit Ende 2017 wesentlich schlechter als der Gesamtmarkt entwickelt haben, führen die Analysten der UBS etwa auf ein verschärftes regulatorisches Umfeld mit strengeren Rauch- und Glücksspielauflagen zurück.

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